Leerflächenmanagement in der Hildesheimer Neustadt

Ladenleerstände und Zukunft des Handels in der Hildesheimer Neustadt

"Krise kann ein produktiver Zustand sein. Man muss ihr nur den Beigeschmack der Katastrophe nehmen"

Welche Chancen entstehen für Neues, wenn weniger Verkaufsfläche benötigt wird?

Mehr Menschen denn je kaufen im Internet. Der stationäre Handel hat 10 % ans Internet abgegeben, Kleidung und Schuhe 30 %.Und es werden zukünftig noch mehr. Ändert sich etwas an der Übermacht von Amazon[1] ? Oder hat die Kundschaft sich bereits daran gewöhnt und akzeptiert das?

Die momentanen Hilferufe „Kauft lokal” sind verzweifelte Solidaritätsappelle, die bestenfalls temporäre Ergebnisse zeigen (Kunden tätigen einen Gnaden-Kauf).

Die bisher vorhandene Verkaufsfläche wird in diesem Umfang nicht mehr benötigt. Das Tischtuch, das zu kurz ist, kannst du ziehen wie du willst, eine Ecke bleibt ungedeckt. Dauerleerstand ist die Folge. Und Leerstand ist ansteckend.

[1] der Amazon-Anteil an online-Einzelhandelsumsätzen beträgt 48 %

Was sind mögliche Lösungen?

Zuerst einmal die Akzeptanz, dass nicht jeder Leerstand heute noch vermietbar ist!
Deshalb können für leerstehende Immobilien ein Vorkaufsrecht für Wohnungen für Familien und Senioren vergeben werden.
Dafür sollten Wirtschaftsförderung und Initiative werben: Ladenleerstand zu Wohnraum!

Dem Internet fehlt die Sichtbarkeit, das Probieren. Der Mensch ist aber ein soziales Wesen und sucht deswegen ein urbanes Umfeld — wo bietet die Neustadt dieses?
Die Neustadt bietet es nicht — HEUTE. Sie wird es aber morgen (nach der Quartiersentwicklung) in prädestinierter Form anbieten können, mehr als jeder andere Stadtteil.

Die Neustadt wird ein attraktives, multifunktionales Quartier, dass von einer besseren Durchmischung lebt: Zum Beispiel Kindergärten, Spielplätze, Schulen, Begegnungsräume, Erlebnisangebote wie (Kunst-) Handwerk, oder Produktionen wie Schumacher, Maß-Schneider, Second-Hand (boomt zurzeit, stationär und im Internet), Yoga-Kurse und einer vielfältigeren Gastronomie (Küsthardtstraße und Alte Pathologie, auch auf dem Neustädter Markt ist noch Platz).

Aber auch Mischformen wie Reparatur-Cafés.

Drei Dinge werden benötigt:

1. einen interessanten Einzelhandelsbesatz, also eine Vielfalt des Warenangebots damit sich die Kunden aufmachen 2. dann braucht es die Gastronomie und ein Umfeld damit die Kunden auch verweilen wollen 3. ein Einzugsgebiet (Stadtmitte) um auf gute Frequenzen zu kommen. Also Tourismus zu der „Einkaufsstätte Neustadt”.

Ortsbürgermeister Dirk Bettels Tweet

Und abschließend sei noch auf eine neue Form der „Markteroberung” hingewie-sen, Pop-Up-Stores und -Events

Pop-Up-Stores und -Events unterscheiden sich in Laufzeit und Zielgruppe, und in Wirkung und Ausstrahlung. Sie sind ein Mittel von Guerilla Marketing und erreichen Kunden direkt und mit Begeisterung. Eine Auswahl wird hier vorgestellt.

In einer (exklusiven) Location wird für einen begrenzten Zeitraum ein außergewöhnlicher Store eröffnet. Dort finden Kunden neben einzigartigen Produkten oftmals auch zusätzliche Angebote wie Vorträge, eine Bar oder einiges Mehr. Hier treffen durchaus verschiedene Marken und Hersteller aufeinander.

In einer Pop-Up Lounge oder Bar können Besucher an außergewöhnlichen Orten entspannen, Ihre Drinks genießen und networken, z.B. in einer leerstehenden Ladenfläche. Eine besondere Variante des Pop-Up Store Event spiegelt sich im Pop-Up Merchandising wieder. Dort wird oftmals nur ein Unternehmen, eine Marke oder ein Produkt besonders hervorgehoben. Ideal für Produkteinführungen oder zur Steigerung der Bekanntheit.

Gutes, hochwertiges Essen wird immer wichtiger. In Pop-Up Restaurants können so ausgefallene Menüs an ungewöhnlichen Orten verspeist werden. Die kurze Verfügbarkeit des Angebots steigert das Interesse potentieller Gäste. Zusätzlich ließe sich das mit einem der vorgenannten Anlässe verbinden, oder mit einem Vortrag eines Top-Speaker, ein Kabarettisten, einer Zimmermusik.

Sie haben Iden oder Anregungen für uns? Wir freuen uns von Ihnen zu hören.