Bürgerbeteiligung

Bürgerbeteiligung

Bürgerbeteiligung hat viele Schattierungen und Ausprägungen. Von der nicht bindenden Bür­gerbefragung bis hin zur echten Teilhabe an Entscheidungsprozessen spannt sich ein weites Feld auf. 

Eine weitgehende Partizipation der Zivilgesellschaft an Prozessen und politischen Entschei­dungsvorlagen fordert den Akteuren auf beiden Seiten viel ab: Entscheidungsträger und Ex­perten aus öffentlichen Verwaltungen geben ein Stück weit Kontrolle aus der Hand, wenn sie sich einem ergebnisoffenen Verfahren unter Einbindung der Bürgerschaft stellen. Dies erfor­dert auch einen Wandel der inneren Haltung: Selbstbewusst, um die eigene Fachkompetenz wissend, sollte offen und ergebnisoffen diskutiert werden. Ein Taktieren und Arbeiten mit einer „Hidden Agenda“ muss vermieden werden. Denn Schlüssel zum Erfolg von Bürgerbe­teiligung ist gegenseitiges Vertrauen.

Doch auch die beteiligten Bürgerinitiativen und Bürger müssen Ihre Komfortzone verlassen: Teilhabe an Projekten geht mit Verantwortung und viel Arbeit einher. Durch die Einbindung in den Entscheidungsprozess steht man auch für das Ergebnis ein. Dieser Rollenwandel muss gut überlegt sein. Selten werden öffentliche Projekte von einem all umfassenden gesellschaft­lichen Konsens getragen. Die Bürgerinitiativen setzen sich so möglicher Kritik und Konflik­ten aus. 

Die zweite entscheidende Frage ist die nach den zur Verfügung stehenden Ressourcen. Die aktive Begleitung von Projekten, die Zusammenarbeit mit professionellen Akteuren erfordert Zeit, Verbindlichkeit und eine länger angelegte Verfügbarkeit. Dies muss innerhalb der Bür­gerinitiativen gut abgewogen sein, ein geeigneter Personenkreis mit entsprechenden Kapazi­täten muss bereit stehen.

Zusammenfassend kann konstatiert werden, dass Offenheit und gegenseitiges Vertrauen der Schlüssel zum Erfolg sind. Absprachen über die Art und Weise und das Ausmaß der Bürger­beteiligung müssen am Anfang eines gemeinsamen Prozesses vereinbart und eingehalten werden. In einem solchen Fall ist Bürgerbeteiligung eine wahre Chance. Die gemeinschaftli­che Anstrengung führt zu besseren Sachergebnissen, mit höherer gesellschaftlicher Akzep­tanz! Davon profitieren nicht nur Verwaltung sondern auch politische Entscheidungsträger, die sich eines breiten Rückhalts der Zivilgesellschaft sicher sein können.